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"Walking-in-your-shoes": Sich selbst und andere verstehen. Die Alternative zur Familienaufstellung

Walking-in-your-shoes nutzt unsere natürliche Fähigkeit, unsere Grenzen zu überschreiten und Empathie zu empfinden, um eine tiefe Beziehung zu einem anderen Wesen herzustellen. Joseph Culp nennt das manchmal auch „spontane Empathie“. Diese Methode ist einfach, aber tiefgreifend: Mit Hilfe eines Gruppenleiters erklärt jemand seine Absicht, eine andere Person oder ein Anliegen zu sein, und beginnt, sich im Raum zu bewegen. Dabei verzichtet er auf Imitation oder kognitive Mutmaßungen und stimmt sich ganz auf die Energien und Gefühle seines Körpers ein. In einem Walking-Prozess erfährt man eine Bewegung, eine Art Verlagerung der Bewusstheit und bringt spontan Aspekte des Verhaltens, emotionale/psychologische Zustände und Lebensthemen der Person oder des Anliegens, welche/s man „geht“, zum Ausdruck. Die dabei erkennbaren Informationen weisen einen hohen Grad an Treffsicherheit auf, ob der Geher nun etwas von dieser Person oder dem Anliegen weiß oder nicht.

Menschen, die „gegangen“ worden sind, berichten häufig, dass sie sich vorher noch nie so tief verstanden und akzeptiert gefühlt haben. Diejenigen, die andere gehen, erfahren ein Gefühl von Befreiung durch ein zeitweiliges „Heraustreten“ aus ihren oft einschränkenden Selbst-Konzepten. Es ist deutlich zu sehen, wie sich das Leben von vielen durch Walking-in-your-shoes zum Positiven gewandelt hat.

Als der Psychologe John Cogswell und Joseph Culp Mitte der 1980er-Jahre mit ihren Erforschungen dieser Körper/Seele-Technik begannen, nannten sie es Walking-in-your-shoes, nach dem alten Sprichwort der indianischen Ureinwohner: „Du kannst niemals einen anderen Menschen verstehen, bevor du nicht eine Meile in seinen Mokassins gegangen bist.“

Der Walking-Prozess hilft Menschen dabei, Zugang zu ihrer Gabe für „spontane Empathie“ zu bekommen, weckt Mitgefühl und Selbstbestärkung und hat das Potential, menschliches Leben zum Besseren hin zu transformieren. Walking-in-your-shoes hilft uns auch, unsere Wunden zu heilen, unsere Selbstachtung zu erhöhen und die Kommunikation in Familie und Gesellschaft zu erleichtern. Im Kern dieses Prozesses liegt für uns die Möglichkeit, aus unseren einschränkenden Selbst-Konzepten auszubrechen, um zu unserer tieferen Natur der Liebe und des Mitgefühls zu gelangen. Es geht darum, über unsere starren Konzepte von unserer Realität und – was noch wichtiger ist – von uns selbst hinauszugelangen, und zumindest zeitweise loszulassen von dem Glauben, den wir alle in uns tragen, dass wir irgendwie von Natur aus getrennt sind. Die Quantenphysik und die höchsten Lehren aller Religionen erklären das Gleiche: Getrenntheit ist eine Illusion.

   
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