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Walking-in-your-shoes (In-Deinen-Schuhen-gehen)


Die Begründer von Walking-in-your-shoes: John Cogswell (links) and Joseph Culp (rechts) in Santa Barbara, USA, Juni 2009


 

 

Walking-in-your-shoes (In-Deinen-Schuhen-gehen)

Die Alternative zum Familienstellen

 

Es gibt Kurse für diejenigen, die an einem "Walking" Prozess selbst teilnehmen oder ihn erst einmal beobachten möchten, und es gibt Ausbildungen für diejenigen, die selbst "Walking" Prozesse anbieten-, in ihrem Arbeitszusammenhang anwenden- oder diese Zeit einfach nur intensiv erleben möchten. Fortbildungen sind weiterführende und vertiefende Angebote für Ausgebildete.

 

"Walking-in-your-shoes": Sich selbst und andere verstehen. Die Alternative zur Familienaufstellung.

 

Mehr über Walking-in-your-shoes von Christian Assel: Was ist "Walking-in-your-shoes"

 

Bericht von Frank Otto über "Walking-in-your-shoes"

 

Geleitwort von Joseph Culp zu dem im November 2010 erschienenen Buch über "Walking-in-your-shoes" von Christian Assel

 

Über "oneness" und Empathie im Kontext von WIYS, von Christian Assel

 

Artikel über WIYS von Melanie Binek

 

 

 

 

 

Wichtige Informationen zur Ausbildung:

 

Du möchtest die Walking-In-Your-Shoes Ausbildung machen

 

Ausbildungskriterien

 

Du möchtest selbst eine eigene Walking-In-Your-Shoes Ausbildung anbieten

 

 

 

 

Walking-in-your-shoes (In-deinen-Schuhen-gehen)

Walking-in-your-shoes ermöglicht auf besondere Weise das Verständnis für Personen, Tiere und Elemente unserer Welt. Dieses Verständnis ist immer dann von Nöten, wenn sich Konflikte, Schwierigkeiten oder Hürden aufgetan haben, die ein Handeln auf einer inneren Ebene erforderlich machen. Sobald beispielsweise eine bestimmte Person auf besonders tiefe Weise verstanden werden kann, ebenso die Beweggründe für ihr Handeln, ihre An- und Absichten, ihr Innerstes, ihre Seele, dann fällt es leichter, diese zu achten und sie anzuerkennen. Du kannst sie genau so nehmen, wie sie ist. Dies fördert eine gute Beziehung zwischen dir und der Person, und gibt dir die Möglichkeit Konflikte zu lösen.

Das selbe trifft auch für andere Rollen zu, die für ein Anliegen gegangen werden können. WIYS macht deutlich, was zum Beispiel dein Symptom, deine Krankheit, deine Unzufriedenheit mit bestimmten Elementen deines Lebens, dein unentdecktes Potential, deine berufliche Zukunft, dein inneres Kind oder dein "blinder Fleck"dir sagen wollen.

Mit "Walking" ist buchstäblich das „Gehen“ gemeint. Der Ratsuchende bestimmt jemanden aus der Gruppe, der als Stellvertreter für ihn eine bestimmte Rolle geht, oder er geht die Rolle einfach selbst. Er selbst oder der Stellvertreter, wir nennen ihn den "Walker", bewegt sich wortwörtlich im Raum, und zwar ganz nach der inneren Bewegung. Durch den Prozess der körperlichen Bewegung kommt die gehende Person in die tatsächliche Rolle hinein, von der sie mit Hilfe der dynamischen Bewegung mehr und mehr spürt. Der Stellvertreter "geht" also buchstäblich in die Rolle hinein, und der Walk wird so zu einer kleinen "Erlebnisreise". Der Walker wird gewissermaßen selbst zur Rolle und kann aus der "Tiefe" in einer detaillierten Weise berichten. Unbekannte und bislang unsichtbare Wirklichkeiten werden auf diese Weise sichtbar und erkennbar.

Auf der phänomenologischen Ebene von Walking-in-your-shoes, die vielleicht auch die "seelische" Ebene genannt werden kann, zeigt sich das Anliegen des Ratsuchenden auf eine besonders echte und wirkliche Weise. Er kann erkennen, wie das Anliegen "tickt", bzw. sich in der Welt befindlich sieht und empfindet, was es hat und was es braucht, dessen Leichtigkeit, dessen Schwierigkeit, dessen Impulse und Blockaden. Wenn der Ratsuchende mit dieser Hilfe das Anliegen besser versteht, kann er viel leichter ein Mitgefühl dafür entwickeln und sich tiefer im ganzen darauf einlassen. Dadurch fällt es leichter dem Anliegen mit Verständnis und Liebe zu begegnen und entsprechend zu handeln. Das dient dem Leben und fördert das Miteinander. Der Anliegensteller kann daran wachsen, weil er für sich entdecken kann, wie andere zu ihm und wie auch er zu ihnen steht. Je mehr Walking Rollen er geht, desto mehr Antworten auf seine Fragen bekommt er. Der Anliegensteller nähert sich mehr und mehr dem an, was ihm von außen als Problem entgegentritt, und kommt über das Verständnis darüber zu sich selbst.

Es beginnt damit, dass die Rolle des "Gehenden" bestimmt wird. Doch weil die Wahl der Rolle nicht immer gleich klar und eindeutig ist, besprechen wir die Situation und das Anliegen ein wenig, und ich gebe Hilfestellung, welche Rolle am besten geeignet ist. Dann wird jemand aus dem Teilnehmerkreis ausgewählt, der diese Rolle für den Teilnehmer "Gehen" soll, es sei denn der Teilnehmer geht die Rolle selbst. Das kann spontan entschieden werden, je nachdem ob es für den Ratsuchenden wichtiger ist, die Rolle von innen selbst zu spüren, oder sie von außen zu betrachten. Der "Gehende", auch "Walker" genannt, macht sich dann bereit, indem er alles um ihn herum vergisst. Er lässt sich für den nun anschließenden Prozess in den Dienst nehmen und lässt sich auf das ein, was auch immer jetzt gleich kommen mag, ohne Bewertung und ohne Interpretation. Der Geher wiederholt und benennt noch einmal die eigene Rolle laut, so dass es alle hören können. "Ich bin jetzt [Name der Rolle]".

Der Walk beginnt mit dem ersten Schritt. Wenn der Gehende sich noch orientieren und in der Rolle zurechtfinden muss, ist es sinnvoll, zunächst einfach in Kreisbahnen zu beginnen, bis der Kontakt zu der jeweiligen Rolle stärker geworden ist und deutlicher wird, wo es "lang" geht. Jede andere Bewegung kann aber auch möglich sein, und es ist gut, als Leiter keine Vorgaben zu machen. Manche Rollen haben sich dadurch ausgezeichnet, dass nicht einmal der erste Schritt gegangen werden konnte. Wenn der Walk von Stagnation oder Schwere bestimmt wird, dann ist dieses ein wichtiger Hinweis, und es wäre sinnlos, ein Gehen zu erzwingen. Ein anderer Walk wiederum, kann im Gegensatz dazu von Leichtigkeit und Kraft bestimmt sein, und die Bewegung und die Informationen "sprudeln" nur so heraus. Wie auch immer kann ich nach den ersten Schritten darauf schauen, in welcher Art der Gehende sich bewegt, bzw. was auffällig oder charakteristisch ist. Macht er große Schritte oder kleine, geht er schnell oder langsam, gibt es einen Rhythmus oder ein Muster, geht er energisch oder schwach, wo schaut er hin, wo schaut er nicht hin. Wie nehme ich, und wie nimmt der Gehende den Walk wahr. Was ereignet sich vor meinen Augen. Ich versuche zu verstehen, was genau passiert. Die Frage ist: Was passiert WIRKLICH?

Durch das Gehen kommt der Körper des Walkers in Bewegung, vielleicht in einen Takt oder einen Rhythmus, und es wird Energie frei. Durch die Energie der Bewegung werden auch Bilder, Emotionen und Eindrücke freigesetzt, die mit dem, was in der Rolle verborgen ist, sehr viel zu tun haben. Und genau das wollen wir finden; genau das wollen wir herausarbeiten. Während der Gehende sich in der Rolle bewegt und die Wahrnehmung vertieft, frage ich ihn, was er genau wahrnimmt, ob er Bilder oder Empfindungen hat, bzw. was gerade das Besondere an diesem Prozess ist. Ich versuche mir ein Bild von dem Geschehen zu machen. Durch mein Beobachten und Fragen, mache ich mich alsbald daran, die wichtigen Details herauszuarbeiten, um sie für den Teilnehmer und die Teilnehmergruppe sichtbar zu machen. Es ist dabei sehr wichtig zu beachten, bei der Wahrnehmung der Rolle nicht zu interpretieren, sondern eng am Geschehen zu bleiben. Ich gehe nicht in meine Phantasie, sondern bleibe mit meinen Gedanken und Bildern nah an dem, was im Raum passiert. Wichtig ist, dass ich auf das Wesentliche des Walks schaue. Ich kann den Gehenden während des Walks fragen, was er beispielsweise als wesentlich wahrnimmt. Allein in der Entdeckung des Wesentlichen und des Signifikanten liegt der Sinn dieses Prozesses, und die Auswahl der Fragen an den Gehenden richtet sich nur danach aus.

Ich werde immer wieder gefragt, wie es denn möglich sei, dass jemand fremdes die Rolle eines anderen Menschen, Tiers oder Elements so präzise wahrnehmen kann. Wie gesagt: Ich weiß es nicht, und ich mag es auch nicht erklären. Aber es ergibt sich für mich ein deutliches Bild: Jeder Teilnehmer mit einem Walking Anliegen bringt "seine" Informationen auf eine Weise mit, die unserem Verstand nicht zugänglich sind. Wir haben keinen Sinn für diesen Vorgang und sind regelrecht blind dafür. Gleichzeitig ist der Vorgang eines Walks eine unverschämte Beleidigung des Verstandes, denn diesem entziehen sich oft die hier gewonnenen Erkenntnisse. Der Verstand versucht, hinter Kulissen der Vorgänge zu schauen, muss aber dabei scheitern. Deshalb darf er nur wenig mitmachen und wird selten gebraucht. Wenn unser Verstand jedoch milde gestimmt werden kann, haben wir die Chance auf Erfolg.

Ein Walk ist eine Momentaufnahme, und was sich zeigt, hat in dem konkreten Moment eine Gültigkeit. Diese Gültigkeit kann sich über eine sehr lange Zeit erstrecken, sie kann jedoch genauso auch durch sich verändernde Situationen in dem Leben und in der Welt des Ratsuchenden, sich rasch verändern. Für alle Zeit zutreffende Erkenntnisse werden wir vielleicht selten finden. Das würde sich mit den ständigen Veränderungen und dem ständigen Wachstum aller Dinge vermutlich auch widersprechen. Wir machen ebenfalls keine Wahrsagerei und nehmen keine "Wahrheiten" in Anspruch. Wenn etwas überhaupt wahr ist, dann ist es die Tatsache, dass sich durch den Walk etwas für das Leben oder Wohlergehen des Teilnehmers ändern kann.

Am Ende des Prozesses, wenn sich etwas Wesentliches gezeigt hat, ist es ratsam, den "Gehenden" wieder aus der Rolle zu entlassen. Das gelingt gut, wenn der Teilnehmer sich bei seinem Walker bedankt (oder bei sich selbst) und ihn wieder bei seinem richtigen Vornamen nennt. "Danke für deinen Dienst. Du bist jetzt wieder... [Name]".

Solange ein Anliegen eines Ratsuchenden vorhanden ist, gibt eigentlich nichts, was nicht für eine Rolle bestimmt werden könnte. Doch das hat auch Grenzen. Meines Erachtens ist diese dann erreicht, wenn der Anliegensteller eine Rolle wählt, die außerhalb seines eigenen Erfahrungshorizonts liegt und nicht mehr für ihn von direkter Bedeutung ist, zum Beispiel bei Neugierde. Dann kommen wir in den Bereich der Beliebigkeit, und wir müssen uns fragen, ob diese Methode dann noch sinnvoll und verantwortlich genutzt wird, und ob die vorhandene Zeit nicht besser für einen anderen Walk genommen werden kann. Es kommt für mich als Leiter ebenfalls nicht in Frage, ein Anliegen zu bearbeiten, das andere Ziele oder Absichten verfolgt, als das Gelingen des Lebens und das Wohl des persönlich anwesenden Anliegenstellers. Ja, der Ratsuchende sollte persönlich anwesend sein. Nur wenn ein ausdrücklicher Auftrag einer nicht anwesenden Person vorliegt, wäre das für mich eine Ausnahme. Einmal war das der Fall, als jemand einen Walk wollte, der im Gefängnis saß und daher nicht selbst anwesend sein konnte.

Dennoch gibt es scheinbar unbegrenzte Möglichkeiten und Richtungen, in die ein Walk gehen kann. Für die richtige Auswahl kann sich der Ratsuchende am besten folgende Fragen stellen: "Welche Rolle könnte mir Antworten auf meine wichtigste Frage geben. Welche Rolle könnte mir in meiner jetzigen Situation, in meiner jetzigen Lebensphase am meisten weiterhelfen? Welches Verständnis bringt mich jetzt weiter?"



Christian Assel (rechts) macht ein Interview mit John Cogswell (links) in Santa Barbara, USA, Juni 2009


   
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